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Kleiner
Erfahrungsbericht
zum
Fliegen in Italien
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Mit einem „fremden“
Flieger von einem unbekannten Flugplatz in einem reizvollen Revier einen
Rundflug mit ortskundigem Instruktor zu machen, ist jederzeit ein anregendes
Erlebnis. Das versuche ich immer einzuplanen, wenn ich einen Auslandsaufenthalt
überschauen kann.
Anfang April habe ich
mich Wochen vor meinem Drei-Tage-Aufenthalt in Loccarno mit der dort ansässigen
AERO Loccarno abgestimmt und einen Flug im Gebirge reserviert. Trotz dort
üblicher nur weniger Regentage (über 300 Tage Sonnenschein) im Jahr, habe ich
dann doch das große Los gezogen: während meines ganzen Aufenthaltes gingen die
Spatzen zu Fuß.
Mehr Glück hatte ich
jetzt in der Romagna, einer Gegend an der unteren Poebene. Vor der Reservierung
bin ich bei Lugo (zwischen Ferrara und Ravenna gelegen) am Flugplatz „Francesco
Baracca“ (LIDG) vorbeigefahren und habe mir Platz und Zustand der
Vereinsflugzeuge angeschaut. Über die umfangreiche Flotte in dieser ländlichen
Gegend kann man nur staunen – alleine 7 Cessnas waren am Wochenende nach Elba
geflogen. Darüber hinaus steht anderes Fluggerät bis zum Kunstflugzeug und zum
Hubschrauber für Vereinsmitglieder und zur Ausbildung zur Verfügung. Um den
schönen Asphaltplatz mit 800 x 23 m drehte eine 2-Mot-Maschine trotz Sonntags
Ihre Ausbildungs-Platzrunden. Schalldämpfende Technik sucht man allerdings vergeblich.
Außerdem werden auf dem allein gelegenen Platz ein gut geführtes Restaurant der
gehobenen Klasse und eine extra Bar vorgehalten.
Solcherart angenehm
überrascht, habe ich mir sagen lassen, daß Montag geschlossen, die Sekretärin
Dienstags ab 9 Uhr local time zu erreichen wäre, um Flugzeug und Instruktor
(wer kann schon Funkitalienisch und wer versteht Italiener, wenn diese Englisch
sprechen) zu verhandeln und zu bestellen.
Für Mittwoch
nachmittag habe ich dann eine Cessna 172 (I-LUBB) entsprechend reserviert. Als
ich ankam, wurde ich erst zum Espresso eingeladen. Mein ordentlich
angefordertes Flugdokument mit Medical wurde
so liegen gelassen, wie ich es deponierte.
Italiener sind ein stolzes Volk und müssen nicht das Geburtsdatum prüfen, wenn
der Anschein ausreichend erscheint.

Mein Instruktor
Giancarlo war etwa gleichermaßen über fünfzig wie ich auch. Er legte eine
Regionalkarte zur Abstimmung der Flugroute vor, wollte aber zunächst unbedingt
nicht in den Luftraum D um Rimini einfliegen, was ich bereits bei der Reservierung
– in Unkenntnis der Luftraumstruktur - klar zum Ausdruck gebracht hatte.
Da ich aber darauf
bestand stimmte er zuletzt etwas widerwillig zu.
Die C172 war gut
gepflegt, das Alter der Maschine kannte Giancarlo nicht – obwohl er vor Ort
auch als Fluglehrer aktiv ist, und seit 1968 fliegt. Nach einem Check, wie mir
das eben beigebracht worden war, habe ich die Maschine gestartet – mangels
Lärmauspuff mußte ab sofort geschrien werden.
Wir starteten auf der
Piste 03, umflogen Lugo im Norden, um dann Richtung nach Ravenna abzudrehen.
Giancarlo setzte sich gleich nach dem Start mit Rimini in Verbindung, da wir
von Ravenna aus nach Süden entlang der Küste nach Rimini und von dort zurück
ins Landesinnere um die San Marineser Berge fliegen wollten.

Landschaft
bei Ravenna
Fast das gesamte
Gebiet ist Luftraum D. Die Begleitung erst von Rimini Turm im Küstenbereich und
sonst von Romagna Approach hätte mich beim Alleinflug „in Trab“ gehalten. Jetzt
verriet mir Giancarlo auch, daß die von ihm benutzte Flugkarte, eine Militärflugkarte
aus dem Jahre 1994!! war. Meine Erklärung über die Notwendigkeiten in unserer
Heimat fand er eher erheiternd.

Ein wunderbarer Flug
über die Altstadt von Ravenna, die ich zwei Tage zuvor noch zu Fuß durchstreift
hatte, entlang der Küste nach Rimini, über den Flughafen von Rimini wieder ins
Landesinnere hoch nach San Marino erwartete uns.

Rimini
mit Flughafen und im Hintergrund die San Marineser Berge

Der
Strand von Rimini und links der Flughafen
Wer meine Entwicklung zum
Flieger kennt, wird sich meine Überraschung vorstellen können, dass wir den
gesamten 80-minütigen Rundflug in 1.000 Fuß Grund durchführen konnten. Noch
schöner der Anblick dieses paradiesischen Landstriches aus dieser geringen
Höhe.

Ansicht
von San Marino vom Westen
Bei kräftiger Thermik
und entsprechenden Schlaglöchern flogen wir über die Vorgebirge des Appennin,
auf denen alles wächst, was die gute italienische Küche bereichert , unabhängig
davon, ob es etwas zu essen oder zu trinken ist.

Unterkunft
im Dominikanerinnen-Kloster in Fognano
Über das Dominikanerinnen-Kloster
bei Brisighella, in dem ich in diesen Tagen fürstlich untergebracht war; zurück
über Faenza, der Partnerstadt meiner Heimatstadt Schwäbisch Gmünd, landeten wir
nach knapp achtzig Minuten wieder auf dem Flugplatz von Lugo.

Faenza
mit Blick auf die alte Via Emilia (Römerstraße durch
die Po-Ebene)
Ich um ein
wunderbares Flugerlebnis bereichert und voller Dankbarkeit
nach dem Blick ins
Paradies von oben.
Reise-Infos
und Tipps hier!
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