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Seit Juni 03 sind wir sicher, daß wir unseren
diesjährigen Sommerurlaub wieder mal am Mittelmeer verbringen wollen. Das näheste und am
schellsten zu erreichende Ziel ist mit 531 km und cirka 3,5 Std. Flugzeit wohl
Portoroz in Slowenien.
Außerdem gibt es dort Kati´s Pension, sehr freundliche
Leute am Flugplatz und last not least einen Avgaspreis von 61 Cent je Liter.
Viele Piloten, gutes Essen und ein
Übernachtungspreis von 40 € für´s Doppelzimmer.
Zugegebenermaßen nicht der reine Luxus, aber dafür sehr familiär.
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Kati´s
Pension
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Die
Flugplatzkneipe
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Also Flieger reserviert, gepackt und laut Planung
geht’s am Montag dem 28.07.03 los.
Fast der ganze Sommer bescherte uns herrliches
Flugwetter, nur ging ausgerechnet an diesem Tag überhaupt nichts. Persönliches Pech, dann versuchen wir´s halt am
darauffolgenden Tag. Am Morgen, immer noch übelstes Wetter aber mit Tendenz zur
Besserung.
Am Nachmittag des 29. starten wir dann auch wirklich
in Richtung Süden. Durch Wolkenfetzen und bedecktem Himmel fliegen wir mit der
G 109 über Eggenfelden in Richtung Salzburg.
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erwartet und eine schier undurchdringliche Wand über den Alpen. Nachdem wir den
Flieger auf ca.
9000 ft. gequält haben, und auch in größerer Höhe keine
Aussicht auf bessere Sicht besteht, entschließen wir uns zur Umkehr nach
Eggenfelden.
Vielleicht kommen wir ja morgen über die Berge.
Der Türmer von Eggenfelden besorgt uns eine Bleibe
für die Nacht und eine Bedienung der Flugplatzkneipe nimmt uns mit in die
Ortschaft. Am Morgen sind wir noch vor Öffnung des Platzes zurück bei unserem
Flieger.
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...nicht
das tollste Flugwetter
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Wetter
einholen, und Flugplan aufgeben, mit
sehr gemischten Gefühlen geht’s wieder in Richtung Alpen. Wir planen über den
Wolken in FL 110 die Berge zu meistern. Endlich, nach mehr als einer Stunde
kreisen, erreichen wir 11000ft.
Salzburg Radar gibt uns die Freigabe zur
Alpenüberquerung und weist uns einen Transpondercode zu.
Nach der Übergabe an
Wien Information, lassen wir die G109 erstmal mit über 200 Sachen am Fahrmesser
und direktem Kurs nach Klagenfurt losrennen.
Der Informationsservice von Wien ist super und wir
fühlen uns nie alleingelassen. Allerdings ist es mittlerweile schon 11:30
Lokalzeit und es gibt die ersten massiven Quellungen. Sekundenschnell schießen
Wolkentürme um uns auf. Unser Flieger hat in dieser Höhe kaum noch
Leistungreserven, so ist das Gebot der Stunde: schnell drüber!
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In
11000 Ft über den Alpen
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Mächtige
Quellungen auf unserem Weg
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Aber wenigstens haben wir Rückenwind, so daß sich am
GPS 260 km/h Ground Speed einstellt und wir schnell auf der Südseite sein
werden.
Auf der Alpensüdseite ist das Wetter wieder
wesentlich besser, und wir genießen den Anblick
vom
Wörthersee und Klagenfurt.
Der Lotse übergibt uns an Ljubliana Information.

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Die
Karawanken
Nur
noch 45 min und die Karawanken trennen uns von Kalamaris und den größten Pizzas der
westlichen Welt...
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das is(s)t schon was, oder?!
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Nach
einem ruhigen Flug kommt bald das Meer mit der Bucht von Triest in Sicht.
Wir
sinken auf 4000 ft. Ljubliana gibt uns
an Portoroz Tower
weiter, über PAPA ECHO 1 und 2 sind wir kurz darauf im Landeanflug auf Portoroz.
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Die
Bucht von Triest
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Endanflug
auf Portoroz
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| Der Empfang ist sehr herzlich, wir bekommen den
obligatorischen Slivo zur Begrüßung, das Flugplatzpersonal verständigt Kati,
die uns natürlich vom Platz abholt. Eine Stunde später genießen wir bereits Kati´s
Essen.
Nun ist erstmal Urlaub mit baden und relaxen
angesagt. Nach einigen Tagen beschließen wir, die Gegend etwas näher
kennenzulernen. Wir versuchen ein Auto zu mieten. Normalerweise kein Problem.
Schwieriger wird´s dann schon wenn man die Führerscheine zuhause vergessen hat.
Bleibt noch Taxi oder Bus.
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Kap von Istrien
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Weil Taxis sehr teuer
sind, wir Urlaub und somit auch Zeit haben
probieren wir die öffentlichen Verkehrsmittel.
Gleich beim ersten
Versuch merken wir, daß Busfahren ein weitaus größeres Abenteuer ist als mit
einem Motorsegler die Alpen zu überqueren. Nachdem aber der Ehrgeiz in dieser Richtung
durchschlägt, meistern wir auch dies. Wir machen schöne Ausflüge ans Kap von
Istrien und genießen Natur, Wetter, Essen und die Landschaft.
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Am 5.8.
ist der Wetterbericht wieder übel. Für die gesamten Alpen gibt es
Gewitterwarnung für den 7.8. Wir beschließen am nächsten Morgen gen Heimat aufzubrechen.
Am Montag ruft schließlich wieder die Pflicht.
Bei diesigem Wetter starten wir morgen um 9 Uhr in
Portoroz nach dem üblichen Prozedere mit Richtung Klagenfurt. Die Thermik ist
gleich null, das bedeutet wieder lange Zeit für den Aufstieg.
Am
Pflichtmeldepunkt PE1 sollen wir in 3800ft die Kontrollzone verlassen. Leider
haben wir dort erst 2500ft erreicht.
Also kreisen mit den üblichen Erholungspausen für
den Motor. Sicherheitshalber schrauben wir uns außerhalb der Kontrollzone dann auf 7000ft, denn die Sicht ist bedingt durch
Inversion nicht so toll. Unser Flugplan war für Klagenfurt-Salzburg-Hof
aufgegeben, doch in Klagenfurt war kein Durchkommen in nordwestlicher Richtung.
Der sehr hilfsbereite Lotse von Klagenfurt Radar rät uns zur Ostroute, also
über Graz, Linz und Vilshofen.
“Bleiben Sie knapp über der Autobahn und auf
jeden Fall immer in VFR Bedingungen”, lautet sein Rat.
Wir befolgen dies gern,
da es die offensichtlich die einzige Möglichkeit zum Durchkommen ist.
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Mit
schlechter Sicht auf den Heimweg

...manchmal
recht nahe bei den Felsen
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Durch die Täler, umgeben von Wolkenfetzen und immer
über der Autobahn erreichen wir schließlich erst Graz, dann Linz.
Es war meine erste Alpenüberquerung in weniger als
4000ft MSL. Von Linz gings dann über Vilshofen direkt nach Hause. Was an
Thermik in Portoroz fehlte kam hier dafür doppelt auf uns zu. Es schüttelt und
bockt den ganzen Weg von Vilshofen bis nach Hause.
Auf jeden Fall sind wir erleichtert als wir in Hof
nach
5 Std. und 5 min non stop Flugzeit um 14:05 Uhr aufsetzen.
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Nach unserem
längsten Non-Stop-Flug seit Scheinerhalt, kommt nur noch die Buchführung, den
Flieger waschen, dann nach Hause und erstmal einen Kaffee genießen. Insgesamt ein sehr schöner Fliegerurlaub, zwar etwas
anstengend, dafür aber voller Eindrücke, den ich 2004 mit Sicherheit
wiederholen werde.
Falls irgendjemand jetzt Lust bekommen hat auch mal
ans Mittelmeer zu fliegen, hier zum Schluß noch ein Kartenausschnitt mit dem
Flugweg.
Walter Eckardt
(Copyright)
P.S.: Für alle Interessierten: Adressen und nähere
Hinweise bei mir: [
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