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Wie
Herrgott in Frankreich! 
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Prolog:
Eigentlich
planten wir, meine Frau als Copilot und Franzer und ich den Frankreich-Trip
schon längere Zeit. Jedenfalls stammt das erste Frankreich - „Trip-Kit“ aus dem
Jahr 1996. Aber offensichtlich hatte ich jedes Jahr eine Ausrede, ich weis nicht
mehr welche. So kam immer der Herbst und der Winter und ich hakte die Sache mit
„nächstes Jahr schau´n wir mal “ ab.
Ehrlich
gesagt hat mir der Blick auf die Frankreich-Jeppesenkarte die Lust auf
Frankreich etwas vermiest. Die Karte gleicht in Grenznähe mit all den
Sperrgebieten mehr einem Schnittmuster
für die nächste Saisonmode aus der „Burda“ als einer Luftfahrtkarte. Ein weiterer Grund war die doch mehr als 1000
km lange Distanz zu unserer „Destination“, der Flughafen „Brie Champniers“ (LFBU) bei Angouleme, etwa 100 km nordöstlich
von Bordeaux. Oftmals musste auf diese Distanz nach Westen eine
Schlechtwettergebiet durchflogen werden und ich hatte keine Lust irgendwo in
Frankreich runtergewaschen zu werden. Ein Hochdruckgebiet über Europa über
mehrere Tage wäre also super.
So vertauschten wir in der Vergangenheit das
Flugzeug mit dem Auto um unsere
Freunde, Claude und Babette zu besuchen.
Die Fahrt über 13! Stunden war aber auch nicht von schlechten
Eltern.
Jedenfalls
nahm ich mir alle Jahre im Frühjahr die Frankreichkarten zur Hand und zeigte
guten Willen. Das ging lange gut, bis meine „Fliegerkameraden“ im Club fragten
„na, wo geht´s heuer hin, wohl nicht nach Frankreich?“ Dazu gab´s jedes Mal die alte Kamelle, wie man in den
70er Jahren mal mit dem „Falken“ in Chartres (im Hofer „Gwaaf“ sagt man „Schortres“) südlich von Paris, bei „Spiel ohne Grenzen“ als
Schlachtenbummler beim Endspiel gegen
Hof war....... ,der französischen und englischen Sprache nicht mächtig.......,
durch schlechtes Wetter mit Funkausfall,...... jedoch alles in
„
Deutscher Hand “.
Tolle
Kerls, aber wer hält das auf die Dauer schon aus?
Vorbereitung Mittwoch und Donnerstag , der 1.und 2. September 2004
Hochdruck
über Mitteleuropa. „Klaus“ baut seinen Einfluss in den nächsten Tagen aus, sagt
der Wetterbericht. Jetzt oder nie denke ich und es macht sich bei mir
Geschäftigkeit breit. Karten und Anflugblätter zusammentragen, Flugplan
vorbereiten, Flieger checken, Urlaub beantragen.
Mit der
vor mir ausgebreiteten Jeppesen - Karte versuche ich erst mal die Ober- und
Untergrenzen und die Betriebszeiten all der „ LF-R “´s auf meiner Strecke
rauszuschreiben. Durchflug wäre am Wochenende kein Problem da die meisten der
„Areas“ dann nicht aktiv sind. Aber ich plane am Freitag den Hinflug und am
Montag den Rückflug und an diesen Tagen tut sich auf der Karte ein fliegerisches
Chaos auf. Da meine „Fascination“ entgegen der Konstrukteursangaben nicht ganz
so steigt wie eine Messerschmitt und nicht so stürzt wie der „Stuka“ von Junkers
ist das achterbahnmäßige Über- Unter- und Umfliegen der „LF-R “´s ein Wunschtraum. Also geht’s nur mit Freigabe
durch den jeweiligen ATC.
Als
ich meine Fliegerkameraden frage, ob
jemand Erfahrung mit Frankreich habe, ernte ich von denen trotz „Schortres“ nur
ein müdes Achselzucken. Dem Fliegermagazin war der Frankreich-Trip mal ein
mehrseitiger Bericht über zwei Ausgaben wert........ „So klappt´s mit dem
Frankreich-Trip“.
Die am
Wochenende wenigen aktiven Gebiete wurden hier aber auch nur über-, unter- oder
umflogen, ohne groß die INFO- Frequenzen zu kontaktieren. Zu umständlich. Also
hoffe ich trotz aller Vorbereitung und um die Sache nicht in Arbeit ausarten zu
lassen auf Freigaben für den Durchflug.
Freitag, der 3.September 2004
Ich kann
mich einer gewissen Nervosität seit dem Vorabend nicht erwehren. Der erste
richtige Langstreckentest für meine „Eigenbaumühle“!
Wird
alles glatt laufen?.......wird das Wetter durchhalten?
Mir ist
irgendwie nicht nach Frühstück und so sind wir um 8 Uhr auf dem Flugplatz. Das
Flugzeug habe ich schon am Vorabend durchgecheckt und getankt. Also unsere
„sieben Sachen“ rein und los geht´s. Da Angouleme nur knapp mit einer
Tankfüllung ohne Reserve erreichbar wäre, habe ich für den Tankstop den
Flugplatz Pirmasens ausgesucht. Der liegt circa auf halber Wegestrecke
ziemlich genau auf unserer Route. Und außerdem, man muß ja sparen wo man kann,
gibt´s dort Mogas für den Rotax.
Rollfreigabe,
die vertraute Stimme des Controllers am Hofer Tower wirkt irgendwie
beruhigend...... und Start um 0840 local. Traumwetter, Sichten von „Pol zu Pol
“.......nur den Wind haben wir auf der Nase, sonst wäre ja alles zu perfekt. Wir
heben ab, Räder rein, steigen auf FL 65, ich trimme die Kiste aus, stelle
Propeller und Motor auf Reisedrehzahl,
rufe „Langen Information“, schalte den Autopiloten ein und wir haben ein
Gefühl wie „Bahnfahren“. Fehlt nur noch der Schaffner mit .......
„Fahrscheinkontrolle“!!! Nach
Einer-Stunde-Vierzig Landung auf dem
Fluglatz Pirmasens, ohne Probleme wie der Flug bis jetzt.

Auf dem
Pirmasenser Tower gebe ich meinen vorbereiteten Flugplan auf und frage den
freundlichen Herrn von der Luftaufsicht ob er vielleicht noch einige Tipps für
Frankreich hätte...... er fliegt ja schließlich „näher am Geschehen“.
„
Bald möglichst nach dem Abflug mit Reims
Info Kontakt aufnehmen ....... kann aber sein, die Frequenz ist nicht
besetzt........ die Polizei hat mal einen Piloten verhaftet der nach
Inkrafttreten des Schengener Abkommens gedacht hatte er brauche für einen
Frankreichflug mit Landung keinen Zoll mehr.......“!!
Verdammt,
wie spricht man eigentlich „Reims“ auf französisch
aus?
Für
den Grenzüberflug habe ich eine Flughöhe gewählt in der ich wenigstens die
ersten paar Kilometer nicht in ein Beschränkungsgebiet einfliege. Da ich mir ziemlich gut vorstellen kann wie
französisch-englischer Dialekt klingt, kann ich mich so mehr auf den Funk
konzentrieren.......“und falls es nicht klappt können wir ja immer noch
umkehren“ sage ich zu meiner Copilotin.
Nach
dem Kreuzen und Überfliegen einer landenden Bundeswehr-Transall, der Flugplatz
Pirmasens teilt sich den Luftraum mit dem Militärflugplatz Zweibrücken und dem Erreichen meiner von mir festgelegten
Flughöhe rufe ich Reims Info......... eine Antwort kommt prompt aber relativ
leise und etwas verrauscht und so sage ich meinen Spruch.....Kennung, Typ,
Flightplan-Route from....... usw, die Jungs müssten ja eigentlich meinen
Flugplan vorliegen haben. Nach ein paar Sekunden Stille kommen die Gegenfragen
genau in dem Dialekt den ich mir vorgestellt habe. Ich schaue rüber zu meiner
Copilotin, meine Frau spricht ziemlich gut Englisch und Französisch und hat ja
schließlich auch das deutsche / englische „Sprechfunkdiplom“.......
Achselzucken. So entscheide ich mich für ein „say again“.
Aus
der zweiten Antwort...... man scheint sich ja an alles zu gewöhnen...... höre
ich „krächz krächz.... type of
aircraft?……..how many persons on board?……Destination Airport?……und ich denke das
steht alles auf meinem Flugplan. Nachdem ich alles was er wissen will
rübergefunkt habe, ob er es richtig
aufgeschrieben hat bleibt für immer ein Geheimnis, gibt er mir einen
Transpondercode und zu meiner Erleichterung eine Clearance für meine Flughöhe
und Route aber auch die Frequenz eines anderen ATC mit der Aufforderung zum Wechsel. Ein neues Spiel ein neues Glück und
alles von vorne....... jedoch dieses mal in einem besseren Englisch....... type
of aircraft?....... how
many persons on board?……. destination airport?……. daran
ändert auch mein „filed a flightplan“ und „flightplan route“ nichts.
Als
alter Bastler sehe ich vor meinen Augen eine
Konstruktion. Der Auswurfschacht
des Faxgerätes welches gerade meinen übermittelten Flugplan
auswirft....... dieser Auswurfschacht ist über eine Rutsche mit dem Einzugschacht eines
Papiervernichters verbunden....... !!!!!
Nach
der Übermittlung meiner Daten bekomme ich einen neuen Transpondercode und eine
Freigabe für meine Flughöhe und meine Flugroute die mich direkt über den
Militärflugplatz Nancy / Ochey mit Blick
auf geparkte Mirage-Jäger fliegen lässt. Die Kameraden von der französischen
Luftwaffe sind wahrscheinlich schon im Wochenende. Jedenfalls sehe ich sie
lieber am Boden als auf gleicher Höhe, je einer links und rechts an meiner
Flügelspitze.
So lässt man uns wirklich „direct to“
fliegen, allerdings soll ich auf den
verbleibenden 500 Kilometern fünf oder sechs Mal die Frequenz wechseln, jedes Mal verbunden mit der Frage: „type of aircraft?........how many persons on
board?.......destination airport?........aber in immer besser werdendem
Controller-Englisch. Entweder habe ich mich an den Dialekt gewöhnt oder die französischen
Oberluftaufseher schicken Ihre schlechter Englisch sprechenden Kollegen zur
Abschreckung an die deutsche Grenze!?
Nach
weiteren 3 Flugstunden bei Traumflugwetter melden wir das Eindrehen in das
Endteil der Landebahn 10L von “Brie Champniers“, des Regionalflughafens
nordöstlich Angouleme gelegen.
Auf
dem Tower treffen wir auf zwei Gendarmen, ich hebe die Hände und beteuere meine
Unschuld. Aber sie lächeln........sie sind offensichtlich nicht wegen uns hier.
Ansonsten allgemeine Bewunderung für die „Fascination“ die ja steigt wie eine
„Messerschmitt“........ oder sagen sie „Mirage“ ?........ und stürzt wie der
„Stuka“ von Junkers. Ich wiederspreche nicht, bin stolz und lasse Sie in Ihrem
Glauben.
Ich
darf den Flieger über das Wochenende in einer der riesigen Hallen am Platz abstellen.
Über
das Wochenende bleibt das Wetter stabil, allerdings bei südfranzösischen
Temperaturen von bis zu +38°Celsius. So verleben wir die paar Tage wie „Herrgott
in Frankreich“ bei Babette und Claude.

Begrüßungstrunk
Cognac - BitterLemon
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Drei
Dutzend Austern für knapp 15 Euro...
wer sie halt mag....
wir schon !!
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Ausflug
an den Atklantik

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an
der Hafenmole
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mit
Badeeinlage...
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Beim
Picknik
Dann
hieß es wieder Abschied nehmen...


Am
Montag dem 6. September
Leider
geht alles mal zu Ende.
Wir
„satteln die Hühner“ und treten die Rückreise an. Der Tower ist ab 8.30 Uhr
local besetzt, wir geben einen Flugplan
mit der „Destination Pirmasens“ ab und informieren uns über das
Streckenwetter....... erstklassiges Flugwetter über die ganze Strecke. Nebenbei
gesagt, besteht in „Brie“ keine Flugleiterpflicht. Hat der Tower geschlossen darf man auch ohne den
Segen des ATC Starten und Landen. Man spricht halt „blind “ auf der
veröffentlichten Platzfrequenz mit dem Platzverkehr, wenn vorhanden, und sagt
was man vor hat.
Klappt
prima, die Erfahrung habe ich schon in den USA gemacht.
Die
Rückreise verläuft, bis auf einen kleinen „Schlenker“ um ein militärisches
Sperrgebiet am Militärflugplatz „ Avord “ ebenso problemlos wie der Hinflug. Am
Freitag durften wir das Beschränkungsgebiet durchfliegen, heute bekommen wir
keine Freigabe weil diese „LF-R“ aktiv ist. Der militärische Controller macht
uns darauf aufmerksam. Ansonsten lässt
man uns „direct to“ fliegen, man reicht
uns durch. Heimwärts liegt der französischen Luftaufsicht auch der Flugplan vor.
Das reduziert den Sprechfunk erheblich...... funktioniert´s jetzt, oder weis man
nur noch nicht wie man das Faxgerät mit dem Papiervernichter koppelt? Allerdings
ist wieder ein mehrmaliger Frequenzwechsel ( waren es sechs ?) angesagt.
Nach
drei Stunden Flugzeit landen wir, eine Transall in der Platzrunde von
Zweibrücken überfliegend....... ist das immer noch die gleiche?....... in
Pirmasens zum Tankstop. Nach weiteren eineinhalb Stunden Flugzeit rufen wir
Hof-Tower und beginnen unsere Ansage mit „Bongschuhr“.
Fazit
:
Wer
nach Frankreich will, nur zu !!!! Wir
hatten auf unserem Trip bis auf die „Widrigkeiten“ beim ersten Funkkontakt
keinerlei Probleme......
eigentlich
fehlt im BZF I der Eintrag:
„Hinweis
---- für den Gebrauch im französischen Luftraum nur eingeschränkt
brauchbar!“.
Wir
scheinen jedenfalls alles richtig gemacht zu haben, hatten bis jetzt nur eine
einzige Post aus Frankreich im Briefkasten. Die Rechnung vom Flughafen
Angouleme. Für´s Landen, Transport zum Tower und zwei Tage Unterstellen
berechnen sie insgesamt 6,32 Euro !!
Avgas
kostet 1,49 Euro der Liter.
Ich
sag´s ja: „Wie Herrgott in Frankreich“.
Reise-Infos
& Tipps dazu hier!
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