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1.
Was ist ein Rundflug?
Ein
Rundflug ist ein sogenannter Lokalflug, bei dem der Start und die Landung auf
demselben Flugplatz stattfinden. Rundflüge bedürfen keiner Genehmigung und
dürfen gemäß §20 Luftverkehrsgesetz nur auf
Flugzeugen, die für nicht mehr als 4 Personen zugelassen sind, durchgeführt
werden.

2.
Wie läuft ein Gäste(Rund)flug ab?
Nachdem
sich der Fluggast informiert hat und einen Termin mit dem durchführenden
Piloten vereinbart hat, sollten die Flugpassagiere am Tage des geplanten
Fluges nochmals telefonisch mit dem Piloten Rücksprache halten, ob der Flug wie
besprochen, auch an diesem Tage durchgeführt werden kann.
Es
ist jederzeit möglich, dass z.B. das Wetter am Flugplatz ein anderes ist, als
beim Fluggast zuhause, so dass hier
eine Abstimmung erfolgen sollte. Bitte vergessen Sie auch nicht Ihren
Flugschein, sofern Sie diesen
z.B. als Geschenkgutschein, bereits vorab
erhalten haben!
Nachdem
die Fluggäste am Flugplatz Hof-Plauen angekommen sind, werden Sie am
Fußgängertor (rechts neben dem Terminal) von Ihrem Piloten in Empfang genommen.
Nach dem „11. September“ wurden auch am Flugplatz Hof-Plauen die
Sicherheitsmaßnahmen verschärft, sodass Sie an der Torwache eine kurze
Überprüfung erfahren, bei der ggf. auch gefährliche Gegenstände (z.B. Messer)
für die Dauer des Gästefluges abgegeben werden müssen.
Danach
gehen Sie mit Ihrem Piloten zum Flugzeug. In der Regel hat Ihr Pilot bereits
vor Ihrem Eintreffen die Maschine schon soweit vorbereitet (Vorflug- und
Außencheck, Tanken), dass es gleich losgehen kann!
Ihnen
wird beim Einstieg geholfen und die Funktion der Sicherheitsgurte erklärt!
Als
letzter steigt Ihr Pilot ein und verriegelt die Türen, überprüft die
Instrumente und Einstellungen und lässt den Motor an. Nun wird die Avionik
eingeschaltet und mit dem Tower Funkkontakt aufgenommen. Der Pilot teilt dem
Lotsen sein Vorhaben mit und erhält die Rollanweisung sowie die aktive Start- und
Landebahn und den örtlichen Luftdruck für den Höhenmesser. Der Pilot rollt nun
die Maschine zur sogenannten Rollhalteposition. Übrigens, ein Flugzeug rollt
und fährt nicht, da die Räder nicht
angetrieben werden. Am Rollhalt wird u.a. das Abbremsen des Motors
durchgeführt. Dabei wird die Funktion der Zündmagnete über die Drehzahlanzeige
sowie die Funktion der Vakuumpumpe, die für die druckbasierenden Instrumente
den Betriebsluftdruck liefert, geprüft. Weiterhin werden ggf. die Landeklappen in
Startstellung gebracht.
Nach Abschluss des Checks, wird die Abflugbereitschaft
an den Tower gemeldet. Dieser lässt nun die Maschine auf die Piste zum
Startpunkt rollen und erteilt die Startfreigabe. Der Pilot schiebt den Gashebel
nach vorne, beobachtet den ordnungsgemäßen Anstieg der Drehzahl, gibt die
Bremsen frei und die Maschine beschleunigt bis zur Abhebegeschwindigkeit, die
im Durchschnitt etwa bei 65-70 Knoten (ca. 120-130 km/h) liegt. Wenn die
Maschine in der Luft ist, fliegt der Pilot die freigegebene Abflugstrecke bis
zum Verlassen der Hofer Kontrollzone. Danach richtet sich der Pilot soweit
möglich nach den Wünschen der Fluggäste. Die Flughöhe während des Rundfluges
beträgt etwa 1000-2000 Fuß (ca.
300-600m) über Grund. Dies ist eine ideale Höhe, aus der die Gäste gut die
Aussicht genießen können.
Weitere
Informationen zur Flughöhe finden Sie unter Punkt 20.
Die
Rückkehr, der Einflug in die Kontrollzone sowie die Landung und das Rollen zur
Parkposition erfolgen letztlich auch hinsichtlich der Freigaben vom Tower in
umgekehrter Reihenfolge.
Nach
dem Abstellen der Maschine bringt Sie Ihr Pilot wieder zur Torwache, an der Sie
das Gelände wieder verlassen.

3.
Welche Qualifikation hat der Pilot?
Ihr Pilot besitzt eine Pilotenlizenz für
Privatflugzeugführer gemäß ICAO oder JAR-FCL mit einer entsprechenden Muster-
bzw. Klassenberechtigung für das Flugzeug. Er hat mindestens 50 Std. oder mehr
an Flugerfahrung. Weiterhin muss er vor Mitnahme von
Passagieren gemäß §122 LuftVO bzw. JAR-FCL 1.026 auf dem Flugzeugmuster mindestens 3 Starts und
Landungen in den letzten 90 Tagen durchgeführt haben.

4.
Welche Flugzeuge werden eingesetzt?
Beim
Aero-Club Hof können Sie auf 4 verschiedenen Flugzeugen Gästeflüge durchführen.
Neben 2 Motorflugzeugen, können Sie auch mit 2 Motorseglern in die Luft gehen.
Dabei können in den Motorflugzeugen jeweils 3, in den Motorseglern je 1
Fluggast mitgenommen werden. Es handelt sich dabei jeweils um einmotorige,
kolbengetriebene Landflugzeuge bis 2000kg.
Technische
Daten und Fotos zu den Flugzeugen finden Sie hier
für die Motormaschinen
bzw.
Motorsegler!

5.
Welche Rolle spielt das Wetter am Flugtag?
Um es vorne wegzunehmen: Die größte Rolle!
Dies
liegt daran, dass Rundflüge nach Sichtflugregeln (Visual Flight Rules = VFR)
durchgeführt werden. Abgesehen davon, dass es Ihnen als Passagier nichts bringt
, wenn Sie wegen tiefer Wolken oder sehr starkem Dunst nicht viel von Ihrer
Heimat sehen können, muss Ihr Pilot bestimmte Wettermindestbedingungen
einhalten, die dem jeweilig beflogenen Luftraum zugeordnet sind. Außerdem kann
bei Unterschreiten bestimmter Sichtwerte und Wolkenuntergrenzen auch vom Tower
der Start von vornherein untersagt werden.
Aus
diesem Grunde ist es sehr wichtig, dass Sie sich am geplanten Flugtag, bevor
Sie zum Flugplatz fahren, nochmals mit Ihrem Piloten abstimmen.

6.
Was ist ein Flugschein?
Ein
Flugschein ist eine Art Flugticket, der
zur Durchführung des Gästefluges aus abrechnungstechnischen sowie
Haftungsgründen, vor Beginn des Fluges abgeschlossen wird.
Der
Flugschein stellt einen Beförderungsvertrag zwischen dem Luftfrachtführer Aero-Club
Hof und dem Fluggast dar und regelt unter anderem auch die Haftungsbeschränkung
gemäß den gesetzlichen Regelungen.
Bedenken
Sie bitte, dass ein Flugticket / Flugschein 1
Jahr ab Datum der Ausstellung gültig ist!

7.
Wie bin ich versichert? (Stand: 06 / 04)
Gemäß
den allgemeinen gesetzlichen Regelungen unterliegen Gästeflüge mit Flugschein
folgenden Haftungsbeschränkungen:
"Der
Aero-Club Hof e.V. und seine Piloten übernehmen keinerlei Haftung
für Personen-, Sach- und Vermögensschäden in Zusammenhang mit dem
Rundflug, soweit diese nicht durch die, durch den Aero-Club Hof
als Luftfrachtführer abgeschlossenen Versicherungen, abgedeckt sind."
Alle
Flugzeuge des Aero-Club Hof e.V. verfügen über eine sogenannte
CSL-Versicherung, die auch zivilrechtliche Ansprüche (nach BGB)
abdeckt!
Grundsätzlich
versichert ist:
|
Passagier-Haftpflicht
|
nach
§ 46 Abs. 1 LuftVG
|
€
600.000,-
|
|
Gegenstände
und Gepäck
|
nach
§ 46 Abs. 2 LuftVG
|
€
1.700,-
|
|
Unfall
|
nach
§ 50 Abs. 1 LuftVG
|
€
20.000,-
|
Eine
Höherversicherung durch den Passagier bleibt davon unberührt!

8.
Wie viele Personen können mit?
In
den Motorflugzeugen (Kennzeichen: D-EOQM und D-EAGT): 1 Pilot + 3 Passagiere
Im
Motorflugzeug (Kennzeichen: D-EBAK): 1 Pilot + 1 Passagier
In
den Motorseglern (Kennzeichen: D-KDDC und D-KGFQ): 1 Pilot + 1 Passagier

9.
Wie erfolgt die Bezahlung?
Sie
haben die Möglichkeit, sich den Flug auszusuchen und einen entsprechenden
Termin zu vereinbaren.
Die Bezahlung erfolgt vor Ort bei Aushändigung des
Flugscheins bzw. vor Flugdurchführung.
Natürlich
können Sie einen Gästeflug auch mittels Gutschein verschenken!
Der Betrag wird
rechtzeitig und bequem vor Versand des Gutscheins
per Lastschrift eingezogen! Bitte halten Sie dafür Ihre
Bankverbindungsdaten bereit.
Sollten
sich während des Fluges Wünsche ergeben, die eine längere Flugzeit erforderlich
machen, so wird diese Verlängerung pro zusätzliche Flugminute abgerechnet.

10.
Wieso gilt der Flugpreis pro Fluggast nur bei 3 Passagieren für die gebuchte
Zeit?
Die
Kosten für die jeweilige Maschine werden im sogenannten „Stundenpreis“, also
dem Preis pro Flugstunde, zusammengefasst. Diese Kosten entstehen vom Start bis
zur Landung, als der reinen Zeit, wenn das Flugzeug in der Luft ist.
Dabei
spielt es auch keine Rolle, ob der Pilot alleine fliegt oder die Maschine mit 4
Personen besetzt ist. Die Kosten sind die gleichen. Aus diesem Grunde wird
dieser Stundenpreis bei Rundflügen auf
3 Passagiere umgelegt, so dass es sich immer um Preise pro Passagier bei
einem mit 3 Fluggästen besetzten
Flugzeug handelt. Wenn diese Bedingung erfüllt ist, gilt der Preis pro
Passagier für die dem Preis zugrundeliegende gewünschte Flugdauer (z.B. 20, 30,
40 oder 60 min).
Davon
ausgehend können folgende Fälle eintreten:
>
Ein
Fluggast hat einen Geschenkgutschein (Flugschein) für einen 30min-Flug für eine
Person erhalten.
Der
Fluggast fliegt die 30min und bezahlt den Restbetrag ( 2x 30min) der beiden
fehlenden Passagiere.
Somit kann er alleine fliegen.
>
Möchte
er diese beiden Beträge nicht bezahlen, so wird die Flugzeit entsprechend
verkürzt.
Achten
Sie also bitte darauf, dass Sie auch bei Erwerb eines Flugscheins für 1 Person,
immer die Maschine mit insgesamt 3 Passagieren füllen können, die dann ggf.
Tickets nachlösen.
Sollten
sich während des Fluges Wünsche ergeben, die eine längere Flugzeit erforderlich
machen, so wird diese Verlängerung pro zusätzliche Flugminute abgerechnet.

11.
Wohin kommt man in welcher Zeit?
Mit
dem Flugzeug geht es bekanntlich schneller, so ergeben sich in etwa folgende
Aktionsradien für nachfolgende Flugzeiten:
20min: z.B. Untreusee > Förmitzspeicher >
Weißenstädter See u.z. oder auch z.B. Richtung Bleilochtalsperre, Blankenstein,
Lichtenberg, Bad Steben
30min:
z.B. Fichtelgebirge oder Plauen / Vogtland u.z.
40min:
z.B. Götschtal-Brücke bei Reichenbach/Vgtl. u.z.
1-2
Std.: z.B. Fränkische Schweiz / erweiterter Frankenwald / Nürnberg Flughafen,
Flughafen Dresden
u.z.
Natürlich
können Sie mit Ihrem Piloten innerhalb der jeweiligen Zeit eine individuelle
Route absprechen!

13.
Dürfen Kinder mitfliegen?
Ja!
Bitte denken Sie daran, bei kleineren Kindern ggf. ein Sitzkissen oder einen
geeigneten Autositz mit zu bringen, damit die kleinen Fluggäste auch etwas
sehen können. Gerade in der Cessna 172 ist die Sitzposition auf den hinteren
beiden Plätzen tiefer.
Bedenken
Sie ebenfalls, dass es im Flugzeug relativ laut ist und dadurch kleinere Kinder
schon mal Angst bekommen können oder wieder aussteigen wollen.

14.
Dürfen 2 Kleinkinder auf einem Sitzplatz mitfliegen?
Ja!
Grundsätzlich dürfen gemäß §19 Abs. 1 LuftBO, 2 Kinder mit einem Höchstalter bis zu 10 Jahren auf einem Sitz
untergebracht werden, wenn dadurch die Sicherheit und Ordnung nicht gefährdet
wird.
Trotz
dieser Möglichkeit, hat aber immer noch der verantwortliche Luftfahrzeugführer
das letzte Wort. Denn er muß entscheiden, ob am Flugtag unter den gegebenen
Umständen ( Wetter, Temperatur, Gesamtgewicht) eine solche Verfahrensweise
möglich ist oder nicht!

15.
Warum sitzt der schwerste Passagier vorne?
Diese
Entscheidung ist abhängig von der Gewichtsverteilung im Flugzeug bzw. den
Gewichten der einzelnen Passagiere und wird vom Piloten getroffen, da der
Pilotensitz sowie der rechte Sitz im Schwerpunktbereich des Flugzeuges liegen.
Dadurch wird eine eventuell zu starke Schwanzlastigkeit vermieden und die
uneingeschränkte Steuerungsfähigkeit der Maschine gewährleistet.

16.
Was passiert, wenn es einem Passagier schlecht wird?
Für
den Fall von Übelkeit während des Fluges, sind entsprechende Tüten (Airsickness-Bags)
vorhanden.
Sollte
eine Fortführung des Fluges für den betroffenen Fluggast unerträglich werden, so fliegt Sie
der
Pilot natürlich schnellst möglich
zum Flugplatz zurück! Nicht abgeflogene Flugzeit wird zurückerstattet.

17.
Was sind „Luftlöcher“?
Zunächst
eines vorweg: Löcher in der Luft gibt es nicht!
Die
landläufig als „Luftlöcher“ bezeichneten Effekte, sind nichts anderes als sich
vertikal bewegende Lufpakete bzw. Strömungen, hauptsächlich durch Thermik
hervorgerufen.
Hintergrund:
Unsere
Atmosphäre ist ständig in Bewegung. Durch unterschiedliche Druckverteilungen
entstehen Luftströmungen (Wind), die sich sowohl horizontal als auch vertikal
bewegen. An einem schönen Sommertag mit den bekannten kleinen Haufenwolken
(Cumulus), strahl die Sonne auf die Erde und erwärmt den Boden je nach
Beschaffenheit (Wald, Feld, See) unterschiedlich stark. Durch diese Erwärmung
kommt es zum Abheben von Luftpaketen, ähnlich der Dampfblasen bei kochendem Wasser, die dann nach oben
steigen und irgendwann als Wolke kondensieren. Zugleich fließt aber auch
kältere Luft in den Bereich nach, von dem aus sich diese Pakete gelöst haben.
Somit haben wir hier auf- und absteigende Luftmassen.
Fliegt
man nun horizontal dahin, so durchquert man an solch einem Tag sowohl Bereiche
mit auf- als auch absteigenden Luftmassen. In den aufsteigenden Massen wird das
Flugzeug angehoben, es steigt; in den absteigenden Massen sinkt es bzw. sackt
kurzzeitig ab. Dieses z.T. plötzliche Sinken wird als „Luftloch“
wahrgenommen, ist aber normal und nichts Ungewöhnliches!
Hiervon
ausgenommen sind ausdrücklich Auf- und Abwinde im Zusammenhang mit Sturm und
Gewittern. Die hierbei auftretenden Kräfte können für ein Flugzeug
lebensgefährlich sein. Aber bei solchen Wetterverhältnissen werden sowieso
keine Rundflüge durchgeführt!

18.
Darf man während des Fluges fotografieren?
JA!
Die Beschränkungen und notwendigen Erlaubnisse zur Erstellung von
Luftbildaufnahmen sind nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten ersatzlos
aus dem Luftverkehrsgesetz gestrichen worden!

19. Wie verhalte ich mich richtig im Flugzeug?
Ihr Pilot wird Ihnen nach dem Einsteigen einige Regeln zum
Verhalten an Bord mitteilen. Wichtig hierbei ist vor allem, dass Sie sich, wenn
Sie vorne sitzen, nicht am Steuerhorn festhalten und auch Ihre Füße nicht auf
die beiden Pedale stützen. Gerade bei der Landung stemmen sich manche Fluggäste, wenn auch
unbewusst, in den Pedalen ab, was zur Folge hätte, dass das Flugzeug nicht mehr
um die Hochachse steuerbar ist. Weiterhin würde die Landung mit gebremsten
Fahrwerk / Rädern erfolgen, was die Beschädigung der Reifen zur Folge hätte, da
die Pedale sowohl das Seitenleitwerk als auch die Bremsen ansprechen.
Achten Sie also bitte darauf, besonders diese beiden
Einrichtungen nicht zu berühren oder zu blockieren.
Natürlich
wird auch Ihr Pilot darauf ein wachsames Auge haben...!

20.
Wie
niedrig darf der Pilot fliegen?
Die
Flughöhe richtet sich nach den Bestimmungen des §6 LuftVO
„Sicherheitsmindesthöhe, Mindesthöhe bei Überlandflügen nach Sichtflugregeln“ :
Auszug:
"Sie
beträgt im allgemeinen 500 Fuß (ca. 150m) über Grund oder Wasser. Über Städten,
anderen dicht besiedelten Gebieten und Menschenansammlungen 1000 Fuß (ca. 300m)
im Umkreis von 600m über dem höchsten Hindernis."

21.
Warum spricht der Pilot nur gelegentlich und nicht immer mit der Flugsicherung?
Für
Flüge nach Sichtflugregeln und damit auch Gästeflügen, ist der Pilot allein für
die ordnungsgemäße Durchführung des Fluges verantwortlich. Auch muss er sich
mit niemanden über Funk unterhalten, es sei denn die Luftraumstruktur erfordert
dies. Sobald die Maschine die Kontrollzone Hof verlassen hat und das „Verlassen
der Frequenz“ vom Tower genehmigt wurde, besteht keine Notwendigkeit mehr zum
Funkkontakt. Theoretisch wäre ein Flug von Süd nach Nord durch Deutschland
möglich, ohne sich mit irgend jemanden zu unterhalten.
Natürlich
machen dies verantwortungsvolle Piloten nicht, sondern nutzen jede mögliche
Informationsquelle wie den Fluginformationsdienst der Flugsicherung, um sich
informieren zu lassen. Sie werden aber nicht von einem Lotsen geführt!
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22.
Warum wird es bei der Landung leise?
Der Pilot reduziert im Landeanflug die Leistung von
Reiseflug auf Anfluggschwindigkeit. Diese liegt bei unseren Flugzeugen etwa bei
70 Knoten (ca. 130 km/h). Die Drehzahl beträgt im Reiseflug etwa 2400 U/min und
wird während des Landeanfluges weiter zurückgenommen, um dann die Landeklappen
fahren zu können und einen stabile Anflug zu erzielen. Kurz vor dem Aufsetzen
wird auf Leerlauf geschaltet und die Maschine schwebt aus bis sie schließlich
aufsetzt.

23. Kann ein Motorflugzeug segeln?
JA! Fast jedes Flugzeug, selbst ein Airbus, kann segeln!
Dabei kommt es nur darauf an, die entsprechende
Geschwindigkeit zu halten, bei der die Maschine noch voll steuerbar ist. Dem Flugzeug
ist es quasi egal, woher die Luftströmung und damit sein Auftrieb kommt, ob vom
Motor oder durch Sinken.
Ist das Flugzeug entsprechend getrimmt (bei unseren
Flugzeugen etwa 70-80 Knoten), dann ist es voll steuerbar. Bei dieser
Geschwindigkeit, beträgt die Sinkrate etwa 400-500 Fuß (120-150m) pro Minute.
Fliegt man also z.B. 2000 Fuß über Grund, so ergibt sich eine Zeit von etwa 3-4
Minuten bis zum Aufsetzen.
Solange dieser sichere Flugzustand beibehalten wird, kann
ein Flugzeug auch nicht wie „ein Stein“ vom Himmel fallen. Dies
geschieht meist dann, wenn die Maschine aus welchen Gründen auch immer, außer
Kontrolle und in einen unkontrollierten Flugzustand gerät und dabei die
Strömung, die den Auftrieb erzeugt, am Flügel abreißt. Folge: Das Flugzeug stürzt
ab.
Übrigens:
Eine Boeing
747 segelt ohne Antrieb aus einer Höhe von 10000m
noch etwa 130km weit!! Er hält etwa eine
Geschwindigkeit von etwa 200 Knoten (ca. 370 km/h) und sinkt dabei mit
etwa 1200-1500 Fuß/min
(ca.
400-500m/min). Bis zum Aufsetzen vergehen etwa 20min.

24 Warum braucht ein Flugzeug im Sommer mehr
Startstrecke?
Die Startstrecke hängt von vielen verschiedenen Faktoren
ab, die alle vom Piloten berücksichtigt werden müssen.
Der Pilot führt eine Gewichts- und Schwerpunktberechnung
anhand der aktuellen Gegebenheiten durch. Dies ergibt das tatsächliche
Abfluggewicht. Anhand der Vorgaben im Flugzeugbetriebshandbuch und der dortigen
Tabellen, errechnet er nun die notwendige Startstrecke. Diese ist abhängig von
der berechneten Abflugmasse, den Wind- und Temperaturverhältnissen, dem
aktuellen Luftdruck, der Höhe des Flugplatzes über dem Meeresspiegel sowie der
Beschaffenheit der Startbahn.
Grundsätzlich kann man folgendes sagen:
Hohe Temperatur, wenig Wind, niedriger Luftdruck, hohe
Luftfeuchte, eine z.B. nasse Bahn sowie eine relativ große Höhe über NN,
erhöhen die Startstrecke. Je wärmer es ist, desto dünner und damit weniger
tragfähig ist die Luft. Liegt der Flugplatz dazu noch relativ hoch, so wird
dieser Effekt noch verstärkt. Die benötigte Startstrecke verlängert sich
entsprechend. Die Werte sind aus dem Flugbetriebshandbuch zu entnehmen!
Beispiel: Die Hofer Landebahn hat aufgrund der Höhe über
Meeresspiegel von rund 600m, eine Länge von 1480m. Die gleiche Bahn für
dieselben Maschinen, müsste auf Meeresniveau nur etwa 880m bei 15°C lang sein.
Soviel macht allein schon die Höhenlage aus. Erhöht sich nun die
Standardtemperatur von 15°C auf etwa 25° C, liegt der Flugplatz physikalisch für
das Flugzeug und seine Eigenschaften, bereits doppelt so hoch, also auf etwa
1200m NN. Damit wird auch die Luft dünner!
Übrigens, wenn die Temperaturverhältnisse extrem hoch
sind, kann dies sogar dazu führen, dass ein Start mit 4 Personen physikalisch
nicht mehr funktioniert, weil die Luft so heiß und dünn ist, dass die Maschine
einfach nicht mehr fliegt!

25. Wie viel und welchen Kraftstoff braucht das
Flugzeug?
Die Motorflugzeuge des Aero-Club Hof fliegen mit dem
sogenannten Flugbenzin AVGas 100LL. Dies ist nicht zu verwechseln mit dem
Treibstoff für Turbinentriebwerke Kerosin (JET A1). Die Motorsegler benutzen MoGas (Super-Bleifrei).
Das Flugbenzin ist vergleichbar mit Super-Kraftstoff mit
100 Oktan. Allerdings muss der Kraftstoff wesentlich höhere Anforderungen an
Haltbarkeit, Reinheit und sonstigen Eigenschaften erfüllen, als normaler
Autosprit.
Beispielsweise muss die Oktanzahl mindestens 5 Jahre
stabil bleiben. Auch wird dieser Kraftstoff blau eingefärbt, um bei Sichtproben
oder beim Vorflug-Check Wasser im Sprit feststellen zu können.
Übrigens: Es ist ein Irrglauben, dass dieser Kraftstoff
steuerfrei ist. Das Flugbenzin ist genauso wie das Autobenzin voll versteuert
mit Mineralöl und Mehrwertsteuer. Derzeit beträgt der Preis pro Liter etwa 2,10 Euro!
Lediglich
und speziell im Kerosinbereich reduziert sich der Steueranteil, aber nur wenn
es sich um gewerbliche Luftfahrtuternehmen handelt, die international tätig
sind.
Die Motormaschinen des Aero-Club Hof, die AVGas benutzen,
verbrauchen etwa 28-36 Liter pro Stunde (die Motorsegler etwa 14-17 Liter).
Beachten Sie, dass in der Fliegerei grundsätzlich in Flugzeit gerechnet
wird und nicht pro 100km.
Dies bedeutet bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von
rund 100-110 Knoten (ca. 185-205 km/h) einen Verbrauch von etwa 14-18 Liter pro
100km. Gerechnet auf ein mit 4 Personen bestztes Flugzeug, bedeutet dies einen
Verbrauch von 5-7 Liter pro 100 Personenkilometer. Der Kraftstoffverbrauch verringert sich mit zunehmender Reiseflughöhe,
da ja auch der Anteil der Luft am Gemisch abnimmt.
Beispiel:
ein Flug von Hof nach St. Peter Ording an der
Nordsee dauert etwa 2 Std. 15min je nach Windverhältnissen. Luftlinie
entspricht dies etwa 450km, was einen Verbrauch von etwa 70 Litern ergibt. Und
das alles ohne Stau und in einer angenehmen Zeit!
Und noch eines sollte man
nicht vergessen: Das Flugzeug verbraucht nur Kraftstoff, solange es fliegt (+
Rollen), aber es steht nicht im Stau und verbrennt sinnlos Energie ohne 1m
weiterzukommen!
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